Stefan Mross vor der IWS-Bühne Bild: Schlagerrausch Magazin / KI
Man muss sich die Situation in der Redaktion im Schwarzwald vorstellen: Da werden Verträge für die „finale Saison“ unterschrieben, während man zeitgleich an „digitalen Formaten“ tüftelt, die wahrscheinlich nie die Reichweite eines einzigen Mross-Witzes erzielen werden. Dass die Show mit bis zu 18,2 % Marktanteil im Rücken hingerichtet wird, grenzt an vorsätzliche Zuschauerbeleidigung. Aber beim SWR scheint man Erfolg neuerdings als störendes Hindernis auf dem Weg zur kompletten Bedeutungslosigkeit zu betrachten.
Willy, Joey und die Alpen-Rocker: Wer tanzt auf dem Vulkan?
Die Gästeliste für die ersten Shows liest sich wie ein ‚Who is Who‘ derer, die dem SWR noch einmal zeigen wollen, was er da eigentlich wegschmeißt. Fest steht: Den Anfang am 31. Mai macht der amtierende Sommerhitkönig Willy Pichay. Dass ausgerechnet der Nachwuchs die letzte Saison eröffnen muss, ist an Bitternis kaum zu überbieten. Willy darf den Thron besteigen, während die Hausherren im Hintergrund schon das Licht ausmachen.
Am 07. Juni folgt dann Joey Heindle. Sein neuer Song trägt den Titel „Schwer zu erklären (Words)“ – und treffender könnte man das ARD-Chaos nicht zusammenfassen. Joey, der Mann für alle Fälle, wird zum Botschafter der Ratlosigkeit. Es ist in der Tat unmöglich, den 1,45 Millionen Fans mit logischen Worten zu erklären, warum ihre sonntägliche Heile-Welt-Insel den Sparmaßnahmen der „Zukunftsstrategen“ zum Opfer fällt.
Richtig krachen wird es dann am 14. Juni, wenn die Schürzenjäger die Bühne entern. Mit „Auf oamal is Sommer“ bringen sie zwar gute Laune mit, aber der Titel klingt in diesem Jahr fast wie eine Drohung. Auf einmal ist Sommer – und auf einmal ist es der letzte. Die Schürzenjäger stehen für Beständigkeit und Volksnähe, also genau für die Werte, die in der Stuttgarter Sendezentrale offenbar nur noch als verstaubte Akten in der Ablage existieren.
Der terminliche Fahrplan: Alle Daten bis zum großen Finale
Hier ist der vollständige Kalender für alle, die Zeuge dieses TV-Begräbnisses werden wollen:
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Mai-Auftakt: 31.05. (Willy Pichay & der Start der Tränen-Saison)
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Juni-Marathon: 07.06. (Joey Heindle) / 14.06. (Schürzenjäger) / 21.06. / 28.06.
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Juli-Blues: 05.07. / 12.07. / 19.07. (Am 26.07. ist Sendepause – wohl damit der Schock über die Absetzung kurz sacken kann)
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August-Endspurt: 02.08. / 09.08. / 23.08. / 30.08.
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September-Exitus: 06.09. (Die allerletzte echte Live-Show)
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13. September: Das „Best-Of“ – oder wie ich es nenne: Die Resterampe einer glorreichen Ära.
Kulturfeindlichkeit als Geschäftsmodell?
Der SWR behauptet, die wirtschaftliche Lage ließe keine andere Wahl. Ein interessantes Argument, wenn man bedenkt, dass gleichzeitig Millionen in „neue, digitale Unterhaltungsplattformen“ fließen. Man schaltet ein funktionierendes, hochgradig beliebtes Flaggschiff ab, um mit dem Geld im digitalen Nebel zu stochern. Wer braucht schon über 30 Jahre Tradition und eine Arena, die sonntags regelmäßig aus allen Nähten platzt, wenn man stattdessen Apps bauen kann, die niemand nutzt?
Stefan Mross wird diese Saison mit gewohnter Professionalität durchziehen. Er wird lächeln und er wird seine Gäste wie Joey oder die Schürzenjäger herzen. Aber hinter der Fassade des „Immer wieder sonntags“-Idylls bröckelt der Putz gewaltig. Der SWR nimmt den älteren Zuschauern und den Nachwuchstalenten mutwillig die Bühne.
Genießt jeden Ton in diesem Jahr, denn 2027 wird der Sonntagvormittag im Ersten so leer sein wie die Versprechen der Programmdirektion.
Euer Andi / Schlagerrausch Magazin

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