Sarah Engels beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien Bild: Wikimedia Commons / Granada CC-BY-SA-4.0
Aber bevor wir Piefke-Bashing betreiben, schauen wir mal kurz in unseren eigenen Vorgarten: Unser Beitrag „Tanzschein“ von Cosmo ist nämlich direkt dahinter auf Platz 24 gelandet. Wir haben also den Gastgeberservice extrem ernst genommen und Sarah charmant den Vortritt gelassen! Man muss es positiv sehen: Deutschland hat uns geschlagen! Sarah landet auf der 23, unser Cosmo auf der 24. Wir Österreicher sind eben die geborenen Gentlemen – wir lassen dem Gast den Vortritt, auch wenn es der Weg in den Tabellenkeller ist.
Während Sarah zumindest 12 Pünktchen aus dem Ausland zusammengekratzt hat, haben wir uns mit läppischen 6 Punkten begnügt. Das ist wahre Bescheidenheit! Aber Hauptsache, wir waren dabei und die Stadthalle war voll – auch wenn das Ergebnis eher nach einem Begräbnis erster Klasse für unsere Charts-Ambitionen aussieht.
Bulgarisches Rätselraten: „Bangaranga“ oder die Flucht nach vorn?
Gewonnen hat Bulgarien mit „Bangaranga“. Ganz ehrlich? Wenn das der neue Goldstandard für Musik ist, dann melde ich mich morgen beim Blockflöten-Unterricht an. Textlich war das Ganze so tiefgründig wie eine ausgetrocknete Alte Donau im Hochsommer. Keine Ahnung, was die Leut’ beim Voten am Telefon geritten hat – vielleicht wollten den ESC-Oberen mal so richtig die lange Nase zeigen. Motto: „Wenn ihr uns mit Pathos kommt, geben wir euch den bulgarischen Gaga-Vibe!“
Sarahs „Bademantel-Diplomatie“
Aber wissen’s was? Die Sarah hat mich wirklich beeindruckt. Während ich mir nach dem Ergebnis erst einmal ein Frust-Schnitzel reingezogen hätte, meldet sie sich direkt im Bademantel bei ihren Fans. „Ranking ist mir komplett egal!“ Das nenne ich mal Eier – äh, Schneid! Sie hat vor 180 Millionen Leuten gesungen, die Töne getroffen und ausgesehen wie eine Eins. Dass Europa gerade keinen Bock auf deutschen Pop (und österreichischen Tanzschein) hat, ist eine politische G’schichte, für die Sarah nix kann. Sagen wir's mal so.
Ihr Fazit: „Die kleine Sarah ist stolz“. Und ich sag: Recht hat sie! Sie erzählt das später ihren Enkeln, wir Österreicher erzählen unseren Enkeln wahrscheinlich eher, dass wir gute Gastgeber waren und das Buffet hervorragend war.
Schlagerrausch Fazit: Der ESC 2026 war für uns Österreicher und unsere deutschen Nachbarn eine harte Nuss. Aber Sarah Engels hat bewiesen, dass man auch mit wehenden Fahnen untergehen kann, wenn man dabei so fesch lächelt wie sie. Und mal ehrlich: Ob man jetzt 23. oder 24. wird – nach der zweiten Flasche Veltliner sieht das auf der Anzeigetafel eh alles gleich aus. Sarah, komm vorbei, wir trinken auf den 23. Platz – es hätt’ schlimmer kommen können: Wir hätten Bulgarien sein können, die jetzt den dümmlichen Text erklären müssen!
Man muss nicht verstehen, warum Bulgarien gewinnt, man muss nur verstehen, wie man mit Anstand verliert. Sarah hat’s vorgemacht, wir Österreicher haben’s nachgemacht – und jetzt trinken wir drauf! Bleibt schlagerrauschig!
Euer Andi / Schlagerrausch Magazin

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